Restaurierung

Restauriert wurde METROPOLIS von der in Wiesbaden ansässigen Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

in Kooperation mit ZDF und ARTE, gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film

und Fernsehen (Berlin) und in Zusammenarbeit mit dem Museo del Cine Pablo C. Ducros Hicken

(Buenos Aires). Die Originalmusik von Gottfried Huppertz wird neu editiert von der European

Filmphilharmonic - Die Film-Philharmonie GmbH. Die Restaurierung und Wiederaufführung werden

gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die gemeinnützige

Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an

Filmwerken mbH sowie die DEFA-Stiftung. Die Transit Film GmbH (München) übernimmt den

Weltvertrieb der rekonstruierten METROPOLIS-Fassung.

Größte Herausforderung bei der Restaurierung stellt der problematische Zustand des gefundenen

Materials dar. Die bislang fehlenden Einstellungen und Sequenzen sind lediglich in Form eines 16-

mm-Dup-Negativ erhalten, das in den 1970er Jahren von einer stark abgenutzten argentinischen

35mm-Verleihkopie gezogen wurde. Trotz modernster Restaurierungstechnik wird der Unterschied

der wieder entdeckten Teile mit einer Länge von mehr als 30 Minuten zur fotographischen Güte

der Fassung von 2001 immer sichtbar sein. Bei der Rekonstruktion der Montage der

Uraufführungsfassung spielt die Musik eine entscheidende Rolle, denn die Originalpartitur von

Gottfried Huppertz zählte neben Zensurkarten und Kritiken zu den wichtigsten Quellen des

Restauratoren-Teams Anke Wilkening, Martin Koerber und Frank Strobel.

Entdeckt wurde die über lange Zeit vergessene, weltweit einzigartige METROPOLIS-Fassung von

Fernando Martín Peña und der Direktorin des Museo del Cine, Paula Félix-Didier, die sofort die

Tragweite des Fundes erkannte und im Juni 2008 Kontakt nach Deutschland aufnahm. Die erste

Sichtung fand kurze Zeit später statt, die Filmrollen trafen im Juli 2009 in Wiesbaden ein. Derzeit

laufen die Neu-Edition der Musik und die digitale Restaurierung des Filmmaterials.

 

METROPOLIS und seine Fassungen

Die Verstümmelung des Monumentalfilmes begann unmittelbar nach seiner Premiere am 10.

Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo. Die von der Filmprüfstelle mit einer Länge von 4189

Metern genehmigte Fassung lief vier Monate ohne Erfolg, weshalb die UfA den Film zurückzog

und eine deutlich gekürzte Fassung mit einer Länge von 3241 Metern für den landesweiten

Kinostart im Sommer 1927 herstellte.

Dabei orientierte sich die Ufa für den deutschen Markt und den Export an der bereits 1926

hergestellten amerikanischen Verleihfassung, die von der Paramount um etwa ein Viertel auf eine

gängige Kinolänge von 3100 Metern gekürzt wurde. Der damit beauftragte Theaterautor Channing

Pollock hatte einschneidende Veränderungen vorgenommen: Eliminiert wurde unter anderem die

Rivalität zwischen dem Herrscher Fredersen und dem Erfinder Rotwang um eine geliebte Frau

(Hel), die beide verloren haben – und damit das Motiv für die Erschaffung eines weiblichen

Maschinenmenschen.

Über Jahrzehnte hinweg waren nur ein Originalnegativ und Kopien von gekürzten Fassungen aus

dem deutschen und internationalen Vertrieb bekannt. Die vom Filmverleiher Adolfo Z. Wilson

unmittelbar nach der Berliner Premiere im Januar 1927 – und damit vor den Kürzungen –

erworbene Fassung kam im Mai 1928 in die argentinischen Kinos. Nach der kommerziellen

Auswertung gelangte die argentinische Verleihkopie in den Privatbesitz des Filmkritikers Manuel

Pena Rodriguez, dessen Sammlung später über den Fondo Nacional de las Artes schließlich in

das Museo del Cine Pablo C. Ducros Hicken gelangte. In den 1970er Jahren wurde von der

inzwischen stark beanspruchten Nitrokopie eine, aus heutiger Sicht nicht sehr fachkundige

Sicherheitskopie auf 16-mm-Negativ gezogen. Das leicht entflammbare Nitromaterial, dessen

Beschädigungen und Verschmutzungen im Duplikat nun verewigt sind, wurde anschließend

vermutlich vernichtet. Welcher Wert in Buenos Aires schlummerte, war über Jahrzehnte hinweg

nicht bekannt.